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Anmerkung zum Artikel „Behinderte leiden unter der Krise“ (Westfalenpost)

17.07.2020

Zu dem Artikel „Behinderte leiden unter der Krise“ (WP vom 17. Juli) schreibt der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel:

Ich habe mich gefreut, dass die WP offenbar meine Presse-Mitteilung vom 14. Juli über eine Verbesserung für Werkstatt-Beschäftigte zum Anlass nimmt, sich mit der Situation zu befassen. In meiner PM weise ich ja auch auf die besonderen Belastungen für Menschen mit Behinderung hin.

Dass die Vorsitzende des Werkstattbeirates Nadine Böttcher das Gefühl hat, „dass sich niemand darüber wirklich Gedanken macht“, liegt sicher an alltäglichen Erfahrungen in dieser Gesellschaft und vielleicht auch daran, dass die WP noch mit keinem Wort auf meine Pressemitteilung eingegangen ist. Wenn durch diesen Artikel aber der Eindruck erweckt wird, „niemand“ habe sich um Menschen mit Behinderung gekümmert, ist das mindestens ärgerlich, weil es nicht stimmt.

Tatsächlich war es die SPD, die in den Corona-Koalitionsgesprächen ein „Soziale Dienstleister-Gesetz“ durchgesetzt hat (das übrigens nicht perfekt ist), um besondere Hilfen vor allem für Sozialunternehmen zur Verfügung zu stellen, aber das will ich nicht weiter vertiefen. Wir haben von Beginn an sehr nah die Situation von Menschen mit Behinderung auch in der Werkstatt im Blick gehabt – ich auch als ehrenamtlicher Vorsitzender der AWO EN mit drei Werkstätten für 600 Menschen mit Behinderung. Das hätte der Vorsitzende des Hagener Behindertenbeirats Meinhard Wirth sicher bestätigen können.

Das Betretungsverbot war eine einschneidende Maßnahme. Aber allein die Vorstellung, im März (oder auch jetzt) hätte es nur einen einzigen Corona-positiven Fall in einer Werkstatt oder in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung gegeben, war katastrophal: der hätte nämlich dazu geführt, dass die Werkstattbeschäftigten einschließlich der Mitarbeiter in Quarantäne geschickt und Corona in Wohnhäuser getragen worden wäre. Mit allen viel dramatischeren Konsequenzen! Nicht mal mehr das Haus hätte verlassen werden dürfen. So konnten nicht nur die Gesundheit geschützt, sondern WerkstattmitarbeiterInnen wenigstens in den Wohnhäusern bei der Betreuung unterstützt werden. Mein großer Dank gilt all denen, die diese schwierige Situation mit großem Engagement organisiert haben und weiterhin meistern!

Ich und wir werden uns weiterhin für die Verbesserung der Situation von Menschen mit Behinderung einsetzen – in Zeiten mit Corona und hoffentlich bald wieder besseren…

 

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