
28. 4. 10
Auch in der schwarz-gelben Koalition sei die von der FDP geforderte Kopfpauschale „heftig umstritten“, erläuterte Christel Humme: „Die Patienten sind immer wieder Opfer von Falschinformationen.“
Birgit Fischer machte deutlich, dass „über kurz oder lang“ jede Krankenkasse gezwungen sein werde, Zusatzbeiträge zu erheben. Sie warnte aber davor, nur über die Finanzierung zu streiten: „Medizinischer Fortschritt bringt mehr Wirtschaftlichkeit, und Prävention kann langfristig Krankheitskosten senken.“ Die Kopfpauschale führe nicht zu besseren Leistungen, sondern diene nur dem Ziel, „den Leistungserbringern zusätzliches Einkommen zu verschaffen.“
Der Preis dafür: „Die Kopfpauschale wird auf 149 Euro pro Monat steigen“, weiß die BEK-Chefin. In der BEK hätten 60 Prozent der Mitglieder weniger als 2000 Euro Monatseinkommen. Die müssten alle einen Sozialausgleich beantragen, sagte Birgit Fischer: „60 Prozent der Menschen werden zu Bittstellern.“ Der Staat müsse 22 Milliarden Euro dafür zahlen – oder, wie das Beispiel Niederlande zeige, „es wird eine Selbstbeteiligung von 165 Euro pro Behandlung eingeführt, und trotzdem explodieren die Kosten.“
Birgit Fischers Fazit: „Die Kosten einseitig auf die Patienten abzuwälzen, ist der falsche Weg.“
„Die Kopfpauschale führt zur Entsolidarisierung“, warnte René Röspel: „Die Sozialversicherung hat sich bewährt, sie muss zu einer wirklich solidarischen Bürgerversicherung weiter entwickelt werden.“