René Röspel

René Röspel MdB

Ihr Abgeordneter für Hagen und
den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis
 
Pressemitteilung

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17. 6. 16   

„Wir können und müssen uns Kultur leisten“

Führung durch den Hohenhof

Bildung Zählpixelund Kultur sind zwar gleichberechtigt, aber unterschiedlich finanziert. Auf diese kurze Formel brachte einer der gut 60 Besucher, worum es bei der Diskussion „Was ist uns Kultur wert?“ ging, zu der der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel in die Villa Hohenhof in Hagen eingeladen hatte. Zwar waren die meisten Besucher sichtlich enttäuscht von Röspels Begrüßung: „Wir werden heute nicht die Probleme des Theaters Hagen lösen können und auch nicht wollen“, denn das dürfe der Bundestag wegen des „unsinnigen“ Kooperationsverbotes gar nicht. Dennoch ergab sich eine spannende Diskussion mit den Experten. Denn die Thesen, die Siegmund Ehrmann, Vorsitzender des Kulturausschusses im Bundestag, vortrug, gaben viele Stichworte auch für Hagener Themen.

Der Staat habe die Aufgabe, die Kunst zu schützen und zu fördern. Das tue er mit 9,5 Milliarden Euro pro Jahr, sagte Ehrmann. In NRW brächten die Städte 86 Prozent der Fördermittel auf. Da Kultur aber im Gegensatz zur Bildung keine Pflicht-, sondern eine freiwillige Aufgabe sei, werde dort oft als erstes gespart. Welche Auswirkungen das hat, machte eine Schulleiterin klar: „Wir haben mal wieder Lehrermangel, und als erstes werden Kunst und Musik gestrichen“. Ein anderer Besucher sagte, dass die Kultur-Finanzierung immer auch in Konkurrenz zu anderen Lebensbereichen steht: „Ich fahre lieber über eine Straße mit Schlaglöchern zum Theater oder Konzert als über eine sechsspurige Schnellstraße in die kulturelle Wüste.“
Margarita Kaufmann, Kultur-Beigeordnete der Stadt Hagen, forderte die Bundespolitiker zu mehr „struktureller Förderung“ der Kultur auf, „die Projektitis ist eine Krankheit, an der wir verzweifeln.“ Kulturausschuss-Vorsitzender Sven Söhnchen sah Hagen keineswegs als „kulturpolitischen Einzelfall“, sondern wie fast alle Ruhrgebietskommunen aufgrund ihres Strukturwandels als Städte mit besonderem Förderungsbedarf. Darauf müsse Berlin Antworten geben. Udo Schmalz vom Hasper Hammer ging die ganze Diskussion zu sehr ums Geld: „Der Wert der Kultur ist etwas anderes.“
René Röspel sprach sich für eine bessere Ausstattung der Kultur auch mit Bundesmitteln aus: „Wir können uns das leisten und wir müssen uns das leisten. Geld ist jedenfalls genug da.“
Vor der Diskussion hatten gut 30 Besucher an einer Führung durch den Hohenhof teilgenommen, die Rouven Lotz, der Geschäftsführer der Henry Van de Velde-Gesellschaft sachkundig leitete.
Diskussion: Was ist uns Kultur wert?