
16. 12. 09
Die Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ des Bundestages hatte in ihrem Sachstandsbericht „Über den Stand der Arbeit“ schon 2005 darauf hingewiesen, dass die Debatte über die Konvention fortzuführen sei und keine Empfehlung abgegeben. Die Aussage aus dem FDP-geführten Bundesjustizministerium überrascht jedoch, da die FDP ausdrücklich in einem Sondervotum zum Sachstandsbericht der Enquete betont hatte: „Die Liberalen sprechen sich für eine Ratifizerung aus, um an der Fortentwicklung der Konvention und der Erarbeitung weiterer Zusatzprotokolle teilnehmen zu können, was ohne eine eigene Ratifizierung einen Mangel an Glaubwürdigkeit hat.“
Ein Mangel an Glaubwürdigkeit sei jetzt nur der FDP vorzuwerfen, sagt Röspel: „Wer einerseits in der Opposition etwas fordert und andere Parteien mit Vorwürfen konfrontiert, in der Regierungsarbeit nun aber von seinen Forderungen nichts mehr wissen will, der trägt massiv zu Politik- und Politikerverdrossenheit bei.“ Die FDP müsse der Öffentlichkeit erklären, warum ihre so offensiv formulierten Oppositionspläne vom Datenschutz bis hin zur Bioethik nun offenkundig nichts mehr wert sind.